Eigentlich weiß ich es ja. Und eigentlich sollte ich mir deshalb VORHER etwas einfallen lassen: Alle Jahre wieder im Februar wird mir der Winter zu lang und mich ergreift die Sehnsucht nach dem Süden. Oder bessergesagt nach Sommer, Sonne und Palmenstrand, aber auch die Sehnsucht nach Neuem. Dumm nur, dass ich die elf Monate vor Februar im Grunde gern zuhause bin und ich meine zwischenzeitlichen Fernwehanflüge mit entsprechendem Urlaubsmanagement gut im Griff habe. Nur im Fall Februar-Fernweh nicht. Und so geht es eben auch heuer keine drei Wochen nach Thailand, Sri Lanka oder Indonesien.

Aber: Ein Quasi-Miniurlaub der kulinarischen Art war mir dann doch vergönnt, sogar nach Indonesien. Und in die Wiener Innenstadt. Einen Nachmittag lang…

Vor Kurzem flatterte eine Nachricht der Indonesischen Botschaft in meine Mailbox: eine Einladung zu einer Schokolade-Verkostung ins Hotel Sacher. Diese Gelegenheit wollte ich mir aus mehreren Gründen natürlich nicht entgehen lassen. Allein schon der Gedanke, das Sacher zu besuchen, versetzte mich in Vorfreude. Das Traditionshaus im Kern der Wiener City mag ich total. Egal ob Hotel oder Café: beim Betreten driftet man augenblicklich in die ganz spezielle Atmosphäre. Keine Spur von Hotelinterieur- und Caféhaus-Mainstream. Wer das originale Wien besuchen will, sollte jedenfalls hierher kommen und sich selbst von echtem Wiener Luxus in den Bann ziehen lassen – sei es in Form einer Zimmerbuchung, oder einer köstlichen Tasse Sacher Kaffee, natürlich mit Sacher Torte, dem Inbegriff österreichischen Schokotortenstolzes schlechthin.

Sachertorten

Das Leben kann so einfach sein: Schon der Besuch der Wiener Innenstadt ist selbst für mich als OÖ/Wienerin wie Urlaub…

Doch richtig gespannt war ich freilich auf die schokoladige Seite Indonesiens!

Der Hauptrohstoff von Schokolade, die Kakaobohnen, gedeihen ausschließlich in den Tropen am sogenannten Kakaogürtel. Indonesien zählt dabei neben Ghana und der Elfenbeinküste zu den größten Kakaoproduzenten. Nach der Ernte, Fermentation und Trocknung werden die Bohnen üblicherweise ins Ausland exportiert und erst dort zu Kakao und Schokolade weiterverarbeitet. Und genau diese Tatsache war ausschlaggebend für die Geschäftsidee des indonesischen Geschwisterpaares Tissa Aunilla und Irfan Helmi: Sie wollten selbst Schokolade produzieren, und zwar gleich vor Ort, in ihrer Heimat.
So entstand Pipiltin Cocoa: eine Schokoladenmanufaktur nach „Bean-to-Bar-Konzept“ und Café-Restaurant zugleich, ansässig in Jakarta. Schokolade wird hier von der Bohne weg selbst produziert, in Tafeln gegossen oder in Form raffinierter Desserts angeboten.

Die charismatische Tissa Aunilla ist selbst nach Wien gereist, um uns an diesem Nachmittag die Idee hinter ihrem Betrieb und dessen Produkten näherzubringen.
Die Bedeutung der guten Beziehung zu den Lieferanten hebt sie besonders hervor – in puncto Warenqualität, aber auch Umweltschutz. So legt das Unternehmen Wert auf nachhaltige Bewirtschaftung durch die Lieferanten und bezieht seine Bohnen vor allem von kleinbäuerlichen Betrieben.
Verwendet werden Kakaobohnen der Sorte Trinitario, die aus vier verschiedenen Regionen bezogen werden (Bali, Aceh, East Java und Flores). Jede Region verleiht den Bohnen ihr eigenes Aroma. So reichen die Geschmackseindrücke je nach Herkunft von fruchtig-cremig bis hin zu erdig-nussig oder erinnern an Honig, Kaffee oder sogar Tabak.

Schokoladeverkostung

Was war was? Strategie schadet nie…

Davon selbst überzeugen konnten wir uns schließlich beim Fun Part der Veranstaltung, wie Tissa Aunilla sagt: der Verkostung.

Und tatsächlich, die gebotene Aromen-Palette war erstaunlich umfangreich, zurückzuführen auf die erwähnten regionalen Aroma-Unterschiede der Bohnen und deren prozentuellen Anteil in der Schokolade je nach Rezeptur. So wurde Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60% angeboten. Sehr, sehr positiv überrascht war ich vor allem von der Vollmundigkeit der Schokolade, was wohl vor allem dem hohen Kakaoanteil zu verdanken ist. Die Tabanan-Bali-Schokolade mit 70% Kakaoanteil hatte es mir besonders angetan, ausgezeichnet durch ihr cremig-fruchtiges Aroma. Und die gesalzene Schokolade. Gegensätze verschmelzen eben optimal…

Sehr interessant auch die Kakaonibs. Hier kommt man in den Genuss des ursprünglichen Kakaoaromas und hat obendrein was zu knabbern. Für die, die es dann doch einen Tick süßer mögen, gibt es sie auch mit Kokoszucker karamellisiert.

Alles in allem: Ein schokoladiger Nachmittag als Wohltat für die Sinne und Kurzurlaub für die Seele.

Sollte ich nun bald wieder Lust auf Pipiltin-Schokolade bekommen, drängt es mich einmal mehr, endlich eine Reise nach Indonesien zu buchen. Und doch hoffe ich nicht uneigennützig, dass ein findiger österreichischer Verkaufspartner rasch auf die kleine Manufaktur aufmerksam wird…

Website: www.pipiltincocoa.com

Stefanie Pichler Schokoladeverkostung

Wahrlich, wahrlich – die süßen Seiten meines Jobs…

Vielen Dank an die Botschaft der Republik Indonesien!

Übrigens, es gibt viele Gründe, Schokolade zu genießen.
Mehr darüber im Buch „111 Gründe, Schokolade zu lieben – Wissenswertes und Anekdoten über den süßen Genuss“ von Eva Derndorfer.

Schokolade Pipiltin

Fast zu schön zum Auspacken…

EN:

Actually I know it. And actually I should have given it some thoughts BEFORE: Every year in February winter seems never ending and I have a longing for the south. In different words, longing for summer, sun and beach, but also for something new. Just funny that all those eleven months before February I`m happy at my place, and in case of having itchy feet my holiday-organisation works quite well. Just in case of the February- wanderlust it doesn`t. Hence, also this year I`m not traveling to Thailand, Sri Lanka or Indonesia in sight.

However, I feel blessed I even had a culinary mini-break to Indonesia instead. And to the city-center of Vienna. For an afternoon…

Lately, I found an inventation from the Indonesian Embassy to a chocolate tasting at Hotel Sacher in my mailbox. Of course, I did not want to miss this event for many reasons. Even to visit to the Hotel Sacher is one of them. I absolutely love this traditional house in the city center. Whether it is the hotel or the café: by entering the Sacher, you are drifting into a particular atmosphere. No signs of hotelinterieur- and Café-mainstream. If anyone wants to see the original site of Vienna, they should visit Hotel Sacher and enjoy the luxury site of Vienna by booking a room there or just enjoying a cup of Sacher coffee and a piece of the Sacher cake, the pride of Austrian chocolate-confectionary art.
Well, life can be so easy: Even for me as a Vienniese, going to the center feels like holiday…

But, the most exciting part was just about to come, the chocolate-side of Indonesia!

The main raw materials of chocolate, the cocoa beans, only grow on the so-called cocoabelt of the tropics. Indonesia counts as one of the biggest cocoa producers besides Ghana and Côte d’Ivoire. After harvesting, fermentation and drying, the beans are exported overseas where they are being further processed into cacao and chocolate. This fact was the key to the business idea of the Indonesian siblings Tissa Aunilla and Irfan Helmi: they wanted to produce chocolate by themselves directly where cocoa grows, in their home country.
This is how Pipiltin Cocoa emerged: a chocolate manufactory with a bean to bar concept along with a café-restaurant in Jakarta.
At Pipiltin Cocoa cocoa beans get hand picked, roasted, winnowed, grinded, conched, the chocolate tempered, molded and packed by hand in one process.

The charismatic Tissa Aunilla tells us about the importance of a good relationship to the farmers concerning cocoa bean quality and environment protection also. The variety of the used beans is called Trinitario and comes from well managed and self-sustainable plantations in Aceh, Bali, Glenmore East Java and Flores. The variety but also the region gives the beans a special taste. The taste impressions reach from fruity-creamy to earthy-nutty or remind to honey, coffee or even tobacco.

I was very surprised about wholehearted taste of the chocolate, coming from the high cocoa content. Especially the Tabanan Bali chocolate with 70% cocoa was exactly my taste, with its creamy-fruity flavor. Another thing, the salted chocolate… Opposites attract.

It was very interesting trying cocoa nibs. Their pure taste is something to enjoy and in addition something to crunch. For those who prefer it a little bit sweeter, they also have them caramelized with coconut sugar.

All in all: A chocolaty afternoon as a delight for the senses and a mini-break for the soul.

Should I be craving for Pipiltin Cocoa chocolate soon, I have one more reason to book a trip to Indonesia. Yet still I hope, not entirely selfless, an Austrian business partner and salesman would take notice of the young Indonesian chocolate manufactory.

Many thanks to the Embassy of Indonesia!

ENJOY. EAT. LOVE. LIFE.

Share this: